Am 12.10.2013, um 10:45 Uhr, fand das nächste und vorerst letzte Meisterschaftsspiel vor den Herbstferien der U9 statt. Der Gegner lautete SSV Homburg-Nümbrecht. Auch diesesmal musste die U9, zum vierten Mal hintereinander, inklusive Pokalspiel, auswärts antreten.

 

Wir mussten in Nümbrecht aus Gründen von Krankheiten ersatzgeschwächt das Spiel bestreiten. Die Lücken in der Mannschaft konnten nur durch die Jahrgänge 2006 und 2007 aufgefüllt werden.  Mir war bewusst, dass unsere U9 geringe Chancen zu einem Erfolg besaß. Trotzdem glaubte man an das Wunder, nämlich an das „Wunder von Nümbrecht“.

 

Das Spiel begann pünktlich und schnell wurde mir bewußt, dass das Wunder von Nümbrecht nur in meinem Kopf stattfand. Die Gegner waren zwar gegenüber unserer geschwächten Mannschaft etwas überlegen. Die jüngeren Jahrgänge waren zwar körperlich unterlegen, aber sie versuchten alles Erdenkliche. Das Eine oder Andere Mal verhinderten die Kinder einige Angriffe der Gegner.

Schnell konnten wir feststellen, dass unser Stürmer Arda gefehlt hatte. Auch in der Abwehr war das Fehlen von Jerome spürbar. Angriffe auf das gegnerische Tor waren Mangelware.

 

 

Ich darf vorwegnehmen das Spiel endete 11:0 für Nümbrecht. Leider wurde das Spiel von einer unschönen Szene überschattet.

 

Im Verlauf der 1. Halbzeit befanden sich die Eltern von Nümbrecht am Spielfeldrand. Unzählige Zurufe, wie z.B. Hand, kein Foul weiter, usw. verunsicherten das Spiel der Kinder. Da wir in der sogenannten Fair Play-Liga spielen, sind derartige Zurufe, geschweige Eltern am Spielfeldrand nicht erwünscht.

Die Eltern befanden sich auf meiner Seite und ich bat sie, dass sie ruhig bleiben sollten. Die Kinder sollen schließlich selbst entscheiden.

Anscheinend hatte ich in diesem Moment gegen eine Wand gesprochen, denn es veränderte sich nichts. Es blieb mir nichts anderes übrig, als das Spiel kurzfristig zu unterbrechen. Meine Bitte an den Trainer von Nümbrecht die Eltern vom Spielfeldrand zu bitten fand Gehör.

Die Situation drohte letztendlich zu eskalieren. Ein Elternteil von Nümbrecht, ich bezeichne ihn als Aggressor, drehte durch. Man konnte nur ein Geschrei und Beschimpfungen wahrnehmen.

Das sollte man sich mal überlegen und auf der Zunge zergehen lassen: beim Meisterschaftsspiel der U9!! Der Wahnsinn!

Auf jeden Fall konnten die Trainer von Nümbrecht die Meute nicht beruhigen. Der Aggressor musste durch zwei männliche Personen festgehalten werden.

 

Nun folgte was folgen sollte. Ich drohte den Spielabbruch an. Die Spielunterbrechung dauerte über 5 Minuten, bis die Kinder forderten, dass sie gerne weiter spielen möchten. Wir sind dem Wunsch der Kinder nachgekommen. Die Eltern konnten von den Trainern nicht vom Spielfeldrand geleitet werden.

 

Das i-Tüpfelchen wurde dadurch gesetzt, dass diese sogenannten Eltern alle Gegentreffer die wir bekamen, hämisch belacht und applaudiert wurden. Eine schreckliche Situation unserer Kinder.

Im Endeffekt hätte ich lieber zum Schutz der Kinder das Spiel abbrechen müssen. Hätte ich lieber!

Die Aggression von außen wurde leider auch auf das Spiel gelenkt. Einige Kinder von Nümbrecht packten die Sense aus, so dass unsere Kinder sich wehgetan hatten. Reaktion vom Trainer: „Keine“.

 

So etwas ist mir während meiner Trainerlaufbahn noch nie untergekommen. Klar, einige Elternteile und Trainer sind überehrgeizig, aber ein derartiges Fehlverhalten vor den Kindern ist unverzeilich.

Ein Bericht an die Staffelleitung über die o.g. Geschehnisse wurde gesendet.

 

Trotzdem wünsche ich den Trainern von Nümbrecht weiterhin viel Glück. Sie machen eine gute Arbeit in Nümbrecht.