2014_05_25_borussia_derschlag_tilburg_40

Diese Tour ist auf der Spaßskala wieder ganz oben anzusiedeln. Alles war langfristig mit einem hohen Aufwand an Organisation durch unseren Vorsitzenden Steffen Fastenrodt geplant mit dem Ergebnis, dass am Ende alles ein bisschen anders kam.

 

Gestartet wurde mit acht Kisten warmen Bier (im Bohlebus waren definitiv zwei Kisten warmes Bier, vielleicht wurde bei der Verteilung auch manipuliert). Die vereinbarte Pause auf einem Rastplatz zur Aufnahme der mitgenommen Fleischwurst scheiterte an der fehlenden Kommunikation untereinander.

Vier neunsitzige Busse und drei PKW´s hatten zwar ein Navi oder einen ausgedruckten Routenplan, und alle Handynummern der einzelnen Fahrer aber keinen fixen Punkt, wo man sich treffen wollte. So wurde zwar wild miteinander telefoniert aber an dem angepeilten Zwischenstopp war entweder eine Gruppe schon vorbei oder die anderen Gruppen irgendwo zwischen Tilburg und Derschlag. So trudelten dann auch die Gruppen in den beiden gebuchten Hotels irgendwann ein.

 

Im Hotel Mercure entstand noch eine größere Irritation, da zwar 33 Betten gebucht waren aber die Verteilung der Zimmer Seitens der Hotelführung aus organisatorischen Gründen geändert wurde. Diese Info wurde zwar an Steffen per Email mitgeteilt, von ihm aber nicht gelesen. Jeder kennt ja die handgeschriebenen Listen von Steffen. Mehrfach gefaltet auf Portemonaiegröße, dunkel eingerissene Knickkanten durch mehrfaches aus- und ineinander falten. Jetzt hatte die mehrfach umgeschriebene Namensliste Null Wert. Aus neun Dreifachzimmern und drei Doppelzimmer wurden jetzt drei Dreifachzimmer und zwölf Doppelzimmer. Da der Chef nach einer Stunde Wartezeit immer noch nicht da war und der Rückstau der Wartenden im größer wurde, musste Bernd Müller notgedrungen einspringen, damit das Ganze nicht im Chaos versank. Es mussten neue Koalitionen gebildet werden. Die ganze Zimmerordnung war auf den Kopf gestellt. Freundschaften drohten zu zerbrechen, da die gewünschten Partner auf andere Zimmer verteilt wurden. Aber irgendwie hatte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Irgendwann kam auch Steffen und es musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass die Veränderungen vom Hotel doch eigentlich ein Vorteil und kein Nachteil für unsere Reisegruppe waren. Später hörte man ihm rumbrummeln, dass das doch alles Schei….e mit den Emails sei. Es wäre doch besser, wenn man das am Telefon bespricht!! (sh. Zwischenstop Essen fassen).

 

Dieses Zimmerroulette musste einen von der Gruppe etwas mehr verwirrt haben als zu erwarten war. Morgen um 8.00 Uhr stand er in der Unterhose an der Rezeption und wollte eine neue Zimmerzugangskarte, weil er nicht in sein Zimmer hinein kam. Angeblich wollte er nur auf die Toilette und hatte sich in der Tür vertan. Sein Zimmernachbar hatte auch auf sein angebliches mehrfaches Klopfen nicht reagiert. Peter Wagner hatte später das Vergnügen mit Chef des Hotels ein ernsthaftes Gespräch zu führen. An der Rezeption spricht sonst keiner deutsch aber in diesem Fall war das kein Problem. Er meinte, dass es nicht dem Niveau des Hotels entspricht, wenn Gäste in Unterhose an der Rezeption erscheinen auch das laute Klopfen an Türen (es könnten auch Tritte gewesen sein) nicht erwünscht sei. Peter erklärte auf seine joviale Art dem Hotelboss, dass er den Gast persönlich kennen würde und dass das nicht seine Art sei.

 

So ab 23.00 Uhr erschienen dann unsere holländischen Freunde zur Begrüßung. Nachdem wir es uns vor dem Hotel etwas gemütlich gemacht hatten, es wurde eine lange Tischkette aufgebaut, war die Hotelleitung schon wieder am Rumquätschen, es wäre den anderen Hotelgästen nicht zuzumuten, einen kleinen Umweg zu machen. Also sind wir mit 33 Leuten in Joop´s Lieblingskneipe, das „Petit Paris“ gezogen. Das erinnerte ein bisschen an Steffens Skihütte, klein aber fein. Nach diversen Runden Bier, wurde zu früher Stunde der Rückweg zum Hotel eingeschlagen. Wer wann tatsächlich im Bett war ist nicht mehr dokumentierbar.

 

Der Samstag begann mit der Suche nach einem geeigneten Frühstückslokal, da die Hotels utopische Preise für ein Frühstück haben (18-24 Euro). So nach und nach füllten sich die Lokalitäten im Umfeld des Sammelplatzes vor dem Hotel. Hier wurden dann die Ereignisse der letzten paar Stunden ausgetauscht. Es kam sofort Neid auf, als die zweite Gruppe von den Abläufen in ihrem Hotel berichtete. Sie wurden mit offenen Armen empfangen, man sprach deutsch, konnte die eigenen Getränke mit ins Hotel nehmen und auch ihre Musikanlage, und das Allertollste, dass Personal feierte bis in die frühen Morgenstunden mit.

Was sich so manche Burschen einfallen lassen um die Nachtruhe des Anderen zu stören ist schon bewundernswert. Da wird einem einfach die Zudecke geklaut und damit er das richtig zu spüren bekommt, wird ein Ventilator vor dem Bett aufgebaut, um sibirische Verhältnisse zu schaffen. Sich dann auch noch an dem Bild zu ergötzen, wie der Ärmste klappernd und frierend langsam dahinsiecht ist das Allerletzte, schämt euch (hahahahahaha).

Der Schatzmeister Bernd Müller wurde von einer Busgruppe an einen Tisch herangebeten und beobachtete, wie sie mehrere Belege aus ihrer Geldbörse holten. Irritiert fragte er, um was es eigentlich gehen würde. Die Busmiete wäre doch mit Steffen geregelt worden und die Benzinkosten würden erst nach dem Auftanken abgerechnet. Nach näherem Hinsehen sah man so einen kleinen Polizeistern auf den Belegen. Was war passiert, dass Firmenfahrzeug von Dimi hatte so wunderbare orangefarbige Lampen auf dem Dach. Damit man schneller auf der Autobahn vorankommen wollte, wurden diese eingeschaltet. Geiler Spaß, fand auch die Polizei und beobachtete den Bus eine Zeit lang. Sie wurden dann freundlich aus dem Verkehr gezogen und jeder durfte 30 Euro blechen. Nein, nicht wegen der Warnlampe, nein, die Pappnasen waren nicht angeschnallt. Aua, das tut weh.

 

Da wir zu einem Fußballturnier eingeladen waren, musste ein Teil der Reisenden bereits um 13.00 Uhr auflaufen und dem runden Leder hinterher zu jagen. Das alles sah sehr erfolgversprechend aus, nur die Tore in Holland müssen andere Maße haben. Trotz bester Chancen gelang es nicht, den Ball in selbiges zu versenken. Hinzu kam auch noch die internationale Härte. In Deutschland wäre das glatt Rot gewesen und es hätte einen Elfmeter gegeben. Was war passiert, Oki tankte sich auf dem rechten Flügel durch, näherte sich dem Tor und wurde von einem grauhaarigen holländischen Veteran niedergestreckt. Das Publikum tobte, aber was macht der 70jährige holländische Schiedsrichter (man merkt auch hier den demographischen Wandel)? Geht zu dem holländischen Spieler und bittet ihn, sich bei Oki zu entschuldigen, was dieser aber gar nicht wollte (man merkt, der Stachel von 1974 sitzt noch sehr tief). Am Ende spielt man im ersten Spiel unentschieden. Oki humpelte vom Platz und Juma musste ins Krankenhaus, mit Verdacht auf einen Sehnenriss in der Schulter, den er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. Ob dem vorher ein Foul vorangegangen war, konnte nicht mehr eindeutig geklärt werden. Die beiden anderen Spiele gingen dann auch noch verloren aber das war am Ende auch egal. Der Spaßfaktor stand im Vordergrund, zumal man ja eine anstrengende Nacht hinter sich hatte und damit die Kondition am Ende etwas fehlte. Zwei unserer besten Spieler (Dimi und Fabi) wurden auch noch nach Tilburg transferiert und schwächten somit auch zusätzlich noch die Erfolgschancen auf einen Turniersieg. Man merkte, die Holländer arbeiteten mit allen Tricks, um unsere Siegchancen zu schmälern. Am Ende des Turniers war von der Transfersumme keine Rede mehr und sie durften die gelb/blauen Trikots wieder ausziehen und abgeben. Fabi meinte anschließend ganz trocken, dass allein die Trikots schon ein Hinderungsgrund für einen Vereinswechsel gewesen seien, die Dinger wären aus reiner Baumwolle gewesen und schon beim ersten Atemzug wäre man in Schweiß gebadet gewesen.

 

An diesem Samstag hatten wir auch das Vergnügen unser langjähriges Mitglied und Sponsor Dirk Treude nebst seiner Frau Gabi mit der Sportanlage von Sarto Tilburg vertraut zu machen. Was ihm sofort auffiel, war die harte Gangart der Holländer. Das trieb ihm die Zornesröte ins Gesicht und er nahm ohne lange zu überlegen das Amt des Sportdirektors an. Ab sofort war er Anlaufstation für alle kritische Fragen und Reklamationen. Dieses Amt wurde auch sofort um die Aufgaben als Ethikbeauftragter erweitert. Ob er diese Aufgabe schon am ersten Abend wahrgenommen hat, ist nicht bekannt. Eins war aber Fakt, Sonntagmorgen fehlte seine hochwertige Sonnenbrille. Er konnte sich nicht erinnern, diese jemals verloren zu haben, da er diese immer zwischen Hemd und Brusthaar befestigt. Entsprechend schlecht war seine Laune am nächsten Morgen. Später auf der Sportanlage wurde vorsichtig gefragt, ob eine Sonnenbrille abgegeben wurde. Man bejahte dass, allerdings mit der Einschränkung, das etwas darauf rumgetreten wurde. Dirk wechselte zum zweiten Mal an diesem Morgen die Farbe. Als man ihm aber das gute Stück überreichte wurde durch seine Strahlen der Himmel über Tilburg deutlich heller. Keine Kratzer nur Fingerabdrücke, was braucht man mehr, damit der Tag ein guter wird.

 

 

Nach dem Turnier hatten unsere holländischen Freunde einen tollen Grillabend organisiert der keine Wünsche offen ließ. Alle waren begeistert und es hat toll geschmeckt. Danke Sarto!!!!!!!!

Im Laufe des Abends überreichten Steffen Fastenrodt und Peter Wagner Gastgeschenke. Ein besonderes Geschenk war der Zwitscherkasten. Hierbei handelt es sich um einen umgebauten Vogelbrutkasten, in dem sich eine Flasche Schnaps mit zwei Pinnchen befinden. Zusätzlich wurde ein Trikot mit diversen Unterschriften in einem Bilderrahmen überreicht, der noch einmal die langjährige Freundschaft mit Sarto Tilburg dokumentierte. Fortgesetzt wurde dann der Abend bei live Musik und dem Championsleague Endspiel zwischen Real und Atletico Madrid. Irgendwann gegen Mitternacht zog sich die ältere Generation zurück um im Mc Donalds den bereits wieder aufkommenden Hunger zu bekämpfen.

 

Sonntag erfolgte dann das Auschecken aus den Hotels und es ging nach dem frühstücken wieder auf die Sportanlage von Sarto zurück. Vorher musste aber erst einmal der Fahrdienst organisiert werden, der die Busse wieder zu den Hotels beförderte, um die geschwächten Körper aufzunehmen. Zur Wiederbelebung wurde mit ein paar Pitchers der alte Zustand wieder hergestellt. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Das Schöne an diesem Vormittag war, das wir mit unseren holländischen Freunden unter uns waren und das geplante Veteranenspiel entspannt verfolgen konnten. Aber auch hier versuchte die Heimmannschaft wieder durch taktische Finesse den Spielausgang zu manipulieren.

Man wollte nur quer über den Platz spielen mit Toren die Einmeterfünfzig breit und einen Meter hoch waren. Zusätzlich sollten diese Minitore nur in einem Abstand von dreißig Meter stehen. Hier drohte die Situation zu eskalieren. Steffen hatte schon tags zuvor Rache für die Niederlagen geschworen. Man einigte sich dann auf die Jugendtore und es wurde die volle Breite des neunen Kunstrasens genutzt. Auch der Schiedsrichter, der schon grinsend in seiner Kluft antrabte wurde wieder zurückgeschickt zwecks Trikottauschs. Er war jetzt Teil der Veteranenmannschaft von Sarto und musste auch noch zur Strafe ins Tor. Es gab keine bessere Zielscheibe um Rache für die Vorkommnisse vom Vortag zu nehmen. Zur Halbzeit ging es noch knapp zu aber durch eine taktische Umstellung auf drei Spitzen wurde Sarto in der zweiten Halbzeit vom Platz gefegt. Steffen hatte aber noch einen Plan B in der Tasche. Er hatte 30 Hooligans hinter das Tor von Sarto postiert, falls eine Niederlage drohen sollte, hätte diese dann einen Spielabbruch provoziert. Anschließend erfolgte ein lockeres Ausklingen von einem tollen Wochenende. So gegen 15.30 Uhr wurde zur Heimfahrt aufgebrochen und endete mit einem Absacker in der Holländer Diele.