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Ein Begriff, der einen etwas negativen Touch hat. Wer als Fußballer möchte dort gerne sitzen. Über 35 Jahre hat es gedauert, bis man so etwas präsentieren konnte. Vergessen sind die Jahre, wo man bei Wind und Wetter auf Stühlen oder Bierzeltgarnituren als Auswechsel-spieler auf seine Einwechselung warten musste. Teilweise durchnässt und durchgefroren wurde man auf die Laufbahn geschickt um sich aufzuwärmen, und sich anschließend wieder hinzusetzen, weil der Trainer andere taktische Überlegungen treffen musste.

 

Dies alles gehört der Vergangenheit an. Horst Meister, unserer Mannschaftsbetreuer, hat schon weitreichende Planungen für die Zukunft. Beheizbare Sitzbänke mit integrierter Fußbodenheizung, sowie einer indirekte Beleuchtung.

 

Der Wohlfühlfaktor für unsere Spieler steht absolut im Vordergrund, zum Leidwesen der Trainer. Es wird immer schwerer elf Mann auf den Platz zu bekommen, da ein Großteil der Mannschaften sich mit scheinbar schweren Verletzungen auf die Auswechselbank zurück ziehen. Ähnliches ist auch bei den Trainingseinheiten zu beobachten, da nur die Spieler zum Einsatz kommen die auch an den Trainingsabenden erscheinen. Spötter meinen schon, dass die Länge der Auswechselbänke zu kurz geplant wäre.

 

 

Aber Spaß beiseite. Peter Wagner hatte mit seinem Nachbarn Andreas Hepner ein lockeres Gespräch geführt und auf unsere fehlenden Auswechselbänke hingewiesen. Spontan erklärt er seine Bereitschaft uns bei diesem Projekt großzügig mit seiner Firma zu unterstützen. Die Planungen für die Bänke waren für 2013 schon weit fortgeschritten. Aber wie es dann so ist, unternehmerische Belange haben Vorrang, sodass erst in der Winterpause mit den Arbeiten begonnen werden konnte. Wer solange ohne Bänke ausgekommen ist, für den spielt Zeit keine Rolle, Hauptsache sie kommen.

 

Mitte Februar war es dann soweit. Wir konnten mit der Fertigung der Fundamente beginnen. Da Steffen Fastenrodt auf Nummer sicher gehen wollte, wurden die Dimensionen sehr großzügig ausgelegt mit dem Ergebnis, dass eher der Kunstrasen wegfliegt als die Auswechselbänke. Als Längenmaß für die Fundamente diente Stefan Löpprich mit seiner Körperlänge, und davon die Hälfte für die Tiefe;-). Da das Aktionsteam seit 2011 (Bau des Kunstrasens) keine Schaufel bzw. Spitzhacke mehr in der Hand hatte, herrschte großer Andrang bei den wenigen Löchern die gebuddelt werden mussten. Schnell stellte sich heraus, dass das angepeilte Tiefenmaß von 70 cm bei vielen an die Grenz der Leistungsfähigkeit ging. Bei 69 cm hatte der Chef Steffen ein Einsehen. Per Anhänger wurde das Aushubmaterial bei der Fa. Adolf Koch entsorgt und vor Ort wieder mit Beton beladen.

 

Da auf dem Sportplatz immer was los ist, musste auch hier wieder improvisiert werden. Das notwendige Wasser für das Gießen der Fundament wurde teileweise aus dem Schlauch und später aus Wassereimer verwendet, damit das angesetzte Fußballspiel der Jugend nicht gestört wurde.

 

Eine Woche später war es dann soweit. Samstagvormittag wurden die beiden Auswechsel-bänke geliefert. Bisher wusste man nur, wie die Auswechselbänke ungefähr aussehen würden:

  • 4,00m lang, 2.20m hoch,1.30m tief
  • Dach aus Wellblech, verzinke Seiten- und Rückteile
  • Hochwertige Rundumverglasung

Wir waren sprachlos, als diese beiden Wohnhäuser abgeladen wurden.  Unter fachkundiger Leitung von Andreas Hepner und mit Unterstützung von seinem Sohn, wurden die Häuser an den Haken genommen auf die dafür vorgesehenen Fundamente gesetzt.

 

Danach griffen wieder die Borussen –  Automechanismen. Die Verbundsteine wurden neuzugeschnitten und wieder eingebaut. Parallel erfolgte der Zuschnitt der Bangkirai Bretter für die Sitzbänke mit anschließender Verschraubung. Am späten Nachmittag war alles fertig. Die ersten Sitzproben wurden genommen und alle waren von der perfekten Rundumsicht begeistert. Was besonders positiv auffiel, dass man die Auswechselbänke von Weitem so gut wie gar nicht sieht und die befürchtete eingeschränkte Sicht auf die Bandenwerbungen durch die Verglasung stattfindet.

 

An dieser Stelle möchte sich die Borussia nochmals herzlich für die tollen Auswechselbänke bei Andreas Hepner bedanken. Es schafft wieder neue Motivation für das Ehrenamt, wenn man im Umfeld Menschen findet, die die Vereinsarbeit mit solchen Aktionen unterstützt. Der gleiche Dank geht auch an die Jungs, die wieder ihre Freizeit und Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben damit Bänke heute so da stehen, als hätten sie schon immer da gestanden.